Alte Traktoren treffen sich in der Schöre in Dietmannsweiler

Wie immer in den letzten Jahren trafen sich am vorletzten Wochenende im Juli – in diesem Jahr bereits zum 15. Mal – Traktorfreunde aus Nah und Fern in der Schöre in Dietmannsweiler. Bereits am Freitag waren die ersten Traktorfreunde aus Speyer angereist aber auch aus Innsbruck und Zürich waren ganze Gruppen mit Traktor und Wohnwagen vertreten. Am Sonntag jedoch dem Haupttag des Treffens tuckern die Traktoren aus allen Himmelrichtungen nach Dietmannsweiler und rund um die Schöre gilt eine Art Ausnahmezustand. Biegen die Traktoren von der L333 ab so werden sie erst einmal in einer Boxengasse empfangen. Zuschauer säumen die Einfahrt und jedes Fahrzeug wird genauestens beobachtet, Freunde werden begrüßt und für besonders schöne Exemplare gibt es auch schon mal spontanen Beifall. `Resi i hol di mit meim Traktor ab` - an diesem Tag sicher ein sehr passendes Lied das die Kapelle Probst den Besuchern entgegen schmettert. Und da rollen sie nun an die Kostbarkeiten – alles was Rang und Namen hat in der Traktorszene der letzten Jahrzehnte – Aicher, Fahr, Lanz, Porsche-Diesel, Kramer, MB-Trac – man kommt aus dem Staunen kaum heraus.
Viele Besitzer haben sich früh morgens auf den Weg hierher gemacht um ihr Juwel mit dem ganzen Stolz nach Jahren der Restauration der Öffentlichkeit vorzuführen wie zum Beispiel Roland Moll aus Rammetshofen bei Oberteuringen. Als sein Nachbar verstarb konnte er 2008 dessen Traktor – einen Fahr 22PH – erwerben und so im Dorf halten. Der Traktor aus dem Jahre 1953 war noch bis 2007 im Einsatz – allerdings in entsprechendem Zustand. Farbe war praktisch keine mehr vorhanden und der Rost hatte so ziemlich überall genagt. Das schlimmste: Der Zylinderkopf hatte einen Riss und in der heutigen Wegwerf-Gesellschaft wird Reparieren nicht mehr groß geschrieben. Anders in der ehemaligen DDR – dort war man Reparieren noch länger gewohnt. In Görlitz fand er dann einen Betrieb der den Graugusskörper mit einer speziellen Technik wieder schweißen konnte- Wartezeit ein halbes Jahr. Nach 4 Jahren war es dann endlich soweit – sein Oldtimer erstrahlte in neuem Glanz und wird heute zu entspannenden Ausfahrten genutzt - Leben in Zeitlupe sozusagen.
Inzwischen haben sich bei den Oldtimerfans Hunger und Durst eingestellt und auch hier hat die Familie Bentele Lösungen parat: Sohn Robert hat extra für dieses Wochenende ein Bulldogbier gebraut und am Spieß dreht sich ein Ochse aus heimischer Produktion – Tendenz schnell abnehmend.

Die Kapelle Probst ist mittlerweile musikalisch bei der `Frau Maier` angelangt und die Traktorfreunde schwelgen in ihrem Oldtimerhimmel – versüßt mit leichtem Öl- und Abgasnebel – aber genau das ist der Reiz solcher Treffen. Die ersten Traktoren machen sich auf den Heimweg aber schon jetzt ist klar dass man im nächsten Jahr wieder dabei ist wenn das Gelände rund um die Schöre wieder zum Mekka der Traktorenfreunde wird.

Sehen sie hier die Bilder vom Traktortreffen.

© Copyright 19. Juli 2015 H. Neidhardt


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