In den wenig besuchten Süden Tansanias

führte uns unsere jüngste Afrika-Reise. Abseits der klassischen Touristenrouten konnten wir in vier Nationalparks eine Tierwelt erleben die sicher in dieser Form sehr selten zu finden ist.

Nach einem kurzen Hotelaufenthalt in Dar es Salaam der quirligen 4 Millionen Großstadt am Indischen Ozean fuhren wir mit Patson unserem einheimischen Fahrer und Guide nach Süd-Westen zu unserer ersten Station im Selous Nationalpark. Eine Bootsfahrt erwartete uns am Nachmittag – verbunden mit der neuerlichen Erfahrung dass man mit dem Boot wesentlich näher an die Tiere heran kommt als mit dem Auto oder gar zu Fuß. Und dann am Abend noch unseren ersten afrikanischen Sonnenuntergang auf dieser Reise – ein guter Beginn. Bei diversen Pirschfahrten konnten wir die mannigfaltige Tierwelt des Nationalparks erfahren. Vor allem die sehr große Anzahl von Giraffen hat uns sehr überrascht. Nah beieinander liegen auch Leben und Tod – viele Tiere haben Junge und gerade für die Löwen ist der Tisch reich gedeckt. Faszinierende Einblicke in das Familienleben der Löwen verschaffte uns unser Guide Patson der die Löwen mit seinen Adleraugen immer wieder aufspürte.
Auf der anderen Seite haben wir viele tote Hippos gesehen. Wenn ihr Revier in einem Seitenarm liegt der trocken fällt sind sie unter Umständen zum Tod verurteilt. Die Quartierhalter in den restlichen Wasserlöchern lassen eine Zuwanderung in ihr Revier nicht zu – das kommt einem Todesurteil gleich.

Auf den Fahrten zwischen den Nationalparks hatten wir immer wieder Gelegenheit zur Begegnung mit der einheimischen Bevölkerung die meist ländlich organisiert ist.

Von Morogoro aus unternahmen wir einen Ausflug in die Uluguru Berge zum inzwischen verfallenen `Morningside Hotel` – eine der wenigen Überbleibsel aus der deutschen Kolonialzeit. Überraschung dann in Morogoro am Bahnhof: In einer alten Rangierlok entdecken wir einen MTU-Motor – eine ca. 40 Jahre alte Erinnerung an die Heimat.

Der Mikumi Nationalpark brachte uns neben interessanten Tiererlebnissen auch noch Begegnungen auf der Terrasse der Lodge. Busch-Baby, Ginsterkatze und Ratten holten sich ihr `Abendbrot` an der Terrassenkante ab.

In Iringa hatten wir Gelegenheit zum Besuch einer Behindertenwerkstätte – für Afrika sicher eine Rarität – unterstützt von deutschen und niederländischen Organisationen.

Der Ruaha NP brachte uns dann einen weiteren Höhepunkt der Reise: Elefanten und Löwen wirklich hautnah – besser geht es kaum! Auch hier wieder dank unserem Guide Patson der die Tiere immer wieder aufspürte.

Auf dem Rückweg nach Dar es Salaam machten wir noch Station im Udzungwa Mountains NP mit einer Wanderung zum Sanje Wasserfall an dem das Wasser in drei Stufen über 170 m in die Tiefe stürzt. Die Regenwälder an den Berghängen erzeugen in diesem Gebiet ein eigenes Mikroklima – zu unserer Begrüßung hatte es bereits geregnet.

Der Rückflug von Dar es Salaam aus nach München führte uns wieder auf die andere Seite des Thermometers: In München erwarteten uns 13° Celsius – minus! Zeit die warmen Klamotten wieder aus dem Gepäck zu holen.

© Copyright 4. Februar 2017 H. Neidhardt


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